Medienwächter wollen den Erotik und Pornowebsites ans Gemächt gehen

Der Landesmedienanstalt aus Nordrhein-Westfalen sind die etablierten und seit Jahrzenten verfügbare Erotik-Webseiten im Netz ein Dorn im Auge. Wie nun bekannt wurde, möchte man dem freien Abruf einen Riegel vorschieben. Der konkrete Vorwurf lautet, dass es keine hinreichende Altersverifizierung gibt. Problematisch gestaltet sich dabei allerdings, dass die entsprechenden Anbieter im Ausland sitzen, wodurch Bundesgesetze kaum eine zufriedenstellende Wirkung entfalten dürfen. Als Alternative bleibt die Blockade der Inhalte.

Erotik-Content – der Bodensatz des Internets

Es hat nicht unbedingt lange gedauert, biss findige Geschäftsleute herausgefunden haben, dass sich das Internet auch für anderes, als eine vernetzte Gesellschaft nutzen lässt. Wie so oft, war und ist nackte Haut ein Verkaufsschlager. So verwundert es nicht, dass einschlägige Websites gerne aufgerufen werden. In den Top-20 der meistbesuchten Seiten im deutschsprachigen Raum ist einiges zu finden, was grundsätzlich nicht für die junge Gesellschaft gedacht ist. Dabei stehen diese unkompliziert und oftmals auch ohne eine kostenpflichtige Mitgliedschaft zur Verfügung. Dies brachte nun die Medienwächter der Landesmedienanstalt aus Nordrhein-Westfalen auf den Plan.

Deutscher Alleingang kaum machbar

Das grundsätzliche Problem, welches die Aufsichtsbehörde sieht, ist, dass es keine Altersprüfung gibt. Bereits der Aufruf einer solchen Domain zeigt unverblümt den Akt der Liebe. Das dies in vielen europäischen Ländern nicht erlaubt ist, ist den Anbietern dabei durchaus bewusst. Ein Firmensitz in Zypern löst aber solche Problematiken. Nicht nur auf Bundesebene, sondern auch in Brüssel möchte die Landesmedienanstalt daher über Lösungsansätze beraten. Netzsperren als Ultima Ratio zeigten sich aber bereits in der Vergangenheit als weitestgehend nutzlos. So musste der Internet-Provider Vodafone zwar “kinox.to“ blockieren, aber die Benutzer fanden hier schnell Alternativen zur Umgehung. Es bleibt daher zumindest fraglich, ob der erneute Vorstoß zum gewünschten Erfolg führt. Auch wenn man einzelne Teilerfolge verbuchen könnte, so würden diese Lücken sicherlich in Echtzeit wieder gefüllt, denn der Bedarf wird sicherlich auch künftig vorhanden sein.

Quelle: Spiegel Online

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.